Summer Games

Nach »Hyper Olympiad« für den Arkadenspieler und »Decathlon« für den Telespieler wurde »Summer Games« als Computerspiel realisiert. Gerade noch rechtzeitig zu den Olympischen Spielen in Los Angeles überrascht dieses Wettkampfspiel mit hervorragender Grafik und tollen Ideen. Geschrieben wurde das Spiel von sieben Programmierern, darunter Randy Glover, der schon die Kultspiele »Jumpman« und »Jumpman Junior« geschaffen hat.

Schon die Eröffnungszeremonie ist beeindruckend. Ein Athlet läuft mit der Fackel ein und entzündet das olympische Feuer. Gleichzeitig ertönt ein Olympiamarsch und Friedenstauben steigen auf. Die Qualität dieser Szenen nähert sich schon einem Zeichentrickfilm. Nach diesem großartigen Vorspiel, gelangt man zunächst in das Hauptmenü. Hier wird entschieden, ob eine Disziplin nur geübt werden soll oder ob man sich im Wettkampf messen will. Wer sich für den Wettkampf entschließt, wird aufgefordert, den eigenen Namen und die Nation einzugeben, für die man starten will. Zur Auswahl stehen 18 Länder, die durch ihre Flaggen repräsentiert werden (Bild 1). Darunter sind auch solche Nationen, die in diesem Jahr an den Olympischen Spielen nicht teilnehmen., Bis zu acht Spieler können sich in die Wettkampfliste eintragen und die Nationalhymnen der Länder ihrer Wahl anhören. Damit sind die Vorbereitungen abgeschlossen.

Acht Disziplinen sind möglich: Stabhochsprung, Turmspringen, 4x400 m-Staffel, 100 m Sprint, Pferdsprung, Schwimmstaffel, 100 m Freistil und Tontaubenschießen. Zum Üben - das ist auch nötig - kann jede Disziplin einzeln angewählt werden.

Der Stabhochsprung erfordert vor allem Fingerspitzengefühl (Bild 2).
Es ist schwer, die richtige Stelle zu finden, an welcher der Stab aufgesetzt werden muß, um die Latte nicht zu reißen. Man hat drei Versuche, um die Höhen (ab vier Meter aufwärts) zu meistern. Gerade der Stabhochsprung gehört mit seiner Liebe zum Detail, zu den grafischen Glanzleistungen.

Beim Turmspringen müssen insgesamt vier verschiedene Sprünge aus zehn Meter Höhe absolviert werden (Bild 3). Durch den Joystick gesteuert führt die Figur kunstvolle Drehungen aus. Sie darf nur nicht mit dem Bauch aufkommen. Der Schwierigkeitsfaktor, mit dem die Noten der sieben Sprungrichter multipliziert werden, errechnet sich aus den gewählten Schrauben und Saltos. Eine Wertung von 10,0 Punkten ist durchaus zu erzielen.

Während bei den vorherigen Disziplinen immer nur ein Akteur antrat, laufen bei der 4x400 m-Staffel zwei Athleten gegeneinander. Über Joysticks kann der Spieler bestimmen, ob der Läufer lossprinten oder mit seinen Kräften haushalten soll. Je besser die Energie eingeteilt wird und die Stabübergabe klappt, desto besser wird die auf der Digitaluhr angezeigte Laufzeit.

Im Gegensatz zu allen anderen Disziplinen kommt es beim 100 m-Sprint nur darauf an, wie schnell der Spieler den Joystick rauf und runter beziehungsweise hin und her bewegt. Noch besser ist es, wenn mit dem Joystick wild im Kreis gerudert wird. Diese Disziplin ist muskelkaterverdächtig und sehr spannend.

Der Pferdsprung ist wieder ein grafischer Leckerbissen (Bild 4). Eine Turnerin mit Pferdeschwanz muß so gesteuert werden, daß sie auf einem Trampolin abspringt, sich mit den Händen auf dem Pferd abstützt und nach einem oder mehreren Saltos wieder sicher auf der Matte landet. Man muß schon eine Weile üben, um die Turnerin elegant übers Pferd zu bringen - meist legt sie sich dekorativ auf die Matte. Aus der Wahl der Saltos und der Landung ergibt sich die Wertung.

Bei der Schwimmstaffel können wieder zwei Gegner antreten. Die Geschwindigkeit der Schwimmer wird in dieser Disziplin mit dem Feuerknopf geregelt. Der Spieler muß den Knopf des Joysticks immer dann drücken, wenn der Arm des Schwimmers eintaucht. Geschieht das zum richtigen Zeitpunkt beschleunigt der Akteur seine Schwimmzüge. Der Spieler kann zudem Start und Wende bestimmen.

Der 100 m-Freistil-Wettbewerb gleicht im Prinzip der Schwimmstaffel. Die kürzere Distanz erfordert aber eine exakte Steuerung des Schwimmers.

In der Disziplin Tontaubenschießen muß man aus verschiedenen Positionen versuchen, möglichst viele der 25 hintereinander abgefeuerten Tontauben zu treffen. Mit dem Joystick wird ein Zielkreuz über die fliegende Scheibe gelegt und abgedrückt. Am Anfang versucht zwar mancher auf den Schatten der Tontauben zu schießen - das Bild ist eben sehr realistisch - der Irrtum klärt sich aber meist bald auf.

Als Fazit kann man eigentlich nur sagen: Ein tolles Spiel. Es ist für jeden etwas dabei. Selbst wenn man nicht gern spielt, macht das Zuschauen Spaß. »Summen Games« begeistert von der ersten Minute an und wird auch nach längerem Spielen nicht langweilig. Es besteht immer der Anreiz, den Weltrekord, der von jeder Disziplin auf Diskette abgespeichert wird, zu überbieten. Für die überragende Grafik und die wirklich gut gespielten Nationalhymnen, aber auch für nette Kleinigkeiten, wie zum Beispiel den Beifall der Zuschauer bei gelungenen Übungen, verdient »Summen Games« die Goldmedaille. In Deutschland ist das Spiel leider noch nicht auf dem Markt; in Amerika wird es schon für 28 $ angeboten.
Martin Gaksch, 1700,wg


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