Editorial - Ist die Oberklasse zu teuer?

Mit IBMs PC junior und Apple's Jüngstem, dem IIc, gibt es zwei Systeme, die man je nach Blickwinkel entweder als Heimcomputer der Oberklasse oder als kleines »Business«-Gerät ansehen kann. Beide kommen von großen Anbietern - und für beide ist ein sehr großes Softwareangebot verfügbar, für den einen die MS-DOS/PC-DOS Programme des IBM-PC, für den anderen das Apple-II-Programmangebot. Beide haben in den USA fast denselben Listenpreis - 1295 Dollar der IIc, 1269 Dollar der Junior (jeweils mit 128 KByte RAM und einem Diskettenlaufwerk). Von IBM wird in den USA bereits behauptet, der Preis sei zu hoch, der Junior-Absatz unbefriedigend. In Deutschland verlangen freie Importeure für den Junior um 5000 Mark; Apple nennt einen empfohlenen Verkaufspreis von 3728 Mark zuzüglich Mehrwertsteuer - und bezeichnet den IIc auch gleich als »professionellen Personal Computer«. Der Traum vom leistungsfähigen Heimcomputer, den viele Interessenten mit diesen beiden Modellen verbunden haben, bleibt bei solchen Preisen ein Traum. Bleibt abzuwarten, ob die Japaner mit ihren MSX-Computern Oberklasse-Modelle in Heimcomputer-Preislage anbieten werden. Entgegen den Erwartungen spielten diese Systeme bei der Hannover-Messe noch keine nennenswerte Rolle. In den Bereichen Leistung, Komfort und Preis gibt es zwischen den heute in Massen verkauften Heimcomputern wie Commodore 64 und den »professionellen« Systemen noch eine relativ große Lücke. Ein IIc so um die 2500 Mark - das wärs.

Michael Pauly, Chefredakteur


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